Die Komplexität moderner Produkte nimmt ständig zu. Höherwertige Funktionalität und differenzierte Bedarfe auf weltweiten Märkten, aber auch historisch gewachsene Programme führen zu differenzierten Produktstrukturen mit einer Vielzahl von Produkt- und Prozessvarianten. Eine in der Regel große, schnell wachsende Teilevielfalt führt häufig zu einer mangelnden Transparenz von produkt- und fertigungsprozessbezogenen Informationen. Hier kann die Gruppentechnologie einen Beitrag zur Erkennung von Ähnlichkeiten von Objekten und Prozessen leisten.
Durch eine Gruppierung von Objekten und Prozessen anhand von vergleichbaren Merkmalen kann der Wiederverwendungsgrad von Konstruktions- und Fertigungsunterlagen gesteigert werden. Eine Vielzahl unterschiedlicher Methoden deckt ein breites Anwendungsspektrum in nahezu allen Unternehmensfunktionen der Produktion ab. Die Hauptaufgaben der Gruppentechnologie lassen sich wie folgt charakterisieren:
Am Lehrstuhl für Arbeits- und Produktionssysteme liegt der Schwerpunkt der Anwendung der Methoden der Gruppentechnologie im Bereich des Industial Engineerings. Hier bietet der Lehrstuhl an, Rationalisierungspotenziale in Unternehmen zu identifizieren und den Wiederverwendungsgrad von Produkt- und Prozessstrukturen zu erhöhen. Es besteht eine enge Verknüpfung zu den Themengebieten der Digitalen Fabrik und der Integration von Daten in Datenmodellen (PLM, ERP-Systeme, STEP-Schnittstellen). Erfahrungen liegen insbesondere im Bereich der Fertigungsfamilienbildung und der Standarisierung von Erzeugnisstrukturen im Bereich der Konstruktion vor.